So wird gerechnet
Bei niedriger Spannung ist der Strom hoch, und schon ein kurzes Kabel verliert einen spürbaren Teil der Spannung. Der Rechner prüft zwei Bedingungen und nimmt das dickere Kabel. Erstens den Spannungsfall: Der Strom fließt durch beide Adern, deshalb zählt die Länge doppelt. Zweitens die Erwärmung: Die Sicherung wird mit dem 1,25-Fachen des Betriebsstroms gewählt, und das Kabel muss den Sicherungsstrom dauerhaft tragen. Das Ergebnis wird auf den nächsten Normquerschnitt aufgerundet.
Strom I = Leistung ÷ SpannungQuerschnitt (mm²) = 2 × Länge × I × 0,0175 ÷ zulässiger Spannungsfall (V)Sicherung ≥ 1,25 × I; das Kabel muss den Sicherungsstrom tragenSpannungsfall = 2 × Länge × I × 0,0175 ÷ QuerschnittBeispiel
Ein Wechselrichter mit 1.000 W an 12 V zieht 83 A. Mit 3 m Kabel zur Batterie und 3 % zulässigem Spannungsfall (0,36 V) braucht es 24,3 mm². Die Sicherung hat 125 A, und ein Kabel, das im Rohr 125 A trägt, hat 35 mm². Also 35 mm²: Der Spannungsfall beträgt dann 0,25 V (2,1 %). Bei 24 V reichen für denselben Wechselrichter 16 mm², bei 48 V 4 mm².
Tipps aus der Praxis
- Für Leitungen von den Modulen und von der Batterie zum Wechselrichter 1–3 % Spannungsfall anstreben; für Beleuchtung sind 3 % üblich, für weniger empfindliche Verbraucher bis 5 %.
- Feindrähtiges Kupferkabel mit gepressten Kabelschuhen im passenden Querschnitt verwenden und die Anschlüsse mit dem Drehmoment des Herstellers anziehen. Ein lockerer Kabelschuh wird heiß.
- Die Sicherung schützt das Kabel und gehört deshalb an seinen Anfang, so nah wie möglich an die Batterie.
- Arbeiten an Batterien und Solaranlagen können gefährlich sein. Das Ergebnis ist ein Richtwert: Lassen Sie die Installation von einer Elektrofachkraft prüfen.
Fragen und Antworten
Welcher Querschnitt für einen 2.000-W-Wechselrichter an 12 V?
Er zieht etwa 170 A. Bei 2 m Kabel braucht es eine 250-A-Sicherung und rund 95 mm² Kupfer im Rohr (frei verlegt können 70 mm² reichen, wenn der Hersteller es erlaubt). Bei 24 V halbiert sich der Strom, 35–50 mm² genügen.
Warum zählt die Länge doppelt?
Der Strom fließt über eine Ader zum Gerät und über die andere zurück. In beiden geht Spannung verloren, daher ist die Leitungslänge doppelt so lang wie die Entfernung.
Welcher Spannungsfall ist zulässig?
Für Gleichstromanlagen sind 3 % eine übliche Grenze. Zwischen Modulen und Laderegler sowie zwischen Batterie und Wechselrichter besser 1–2 %, damit weniger Energie verloren geht.
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